18% Zinsen - 100% Verlust. Garantiert!
Montag, den 18. Januar 2010 um 08:50 Uhr
18% Zinsen - 100% Verlust. Garantiert!
Kann man wirklich auf so etwas hereinfallen?
Seit einigen Wochen finden wir wieder einmal in der CBN unter der Rubrik „Geschäftsbeziehungen/Kapital" regelmäßig eine eingerahmte Kleinanzeige „www.topzinsen.org - www.topzinsen.us". Wir schauen uns so etwas natürlich an. Und sind nicht überrascht, eine Homepage vorzufinden, die auf den ersten Blick professionell erscheint und bei genauerer Betrachtung völligen Humbug offeriert. Es tut direkt weh, sich überhaupt mit den Details, die sich herausfinden lassen, zu beschäftigen. Einige dieser Details:
• „18% Rendite p.a. garantiert", „18% Zinsen", Gewinne aus Rohstoffgeschäften, Diamanten, Gold usw. werden ausgeschüttet - Was denn nun? Das sind völlig unterschiedliche Dinge!
• Alles ist natürlich „garantiert" und damit völlig „sicher". Nur - wer da garantiert und wo der sitzt bleibt im Dunklen.
• Obwohl gesetzlich vorgeschrieben, gibt es kein Impressum, das Auskunft über die Betreiber der Homepage gibt.
• „Gerichtsstand" ist Miami
• Die "Risikobelehrung" in den „AGB´s" (Deutsch können sie auch nicht!) ist ein Witz!
• Die Anschrift des Anbieters: „Topzins Inc., Vermittlung von Kapitalanlagen, United States of America, Miami" Na dann ist ja alles klar!
• Die folgende Widerrufbelehrung muss man sich einmal durchlesen:
„Widerrufsbelehrung
Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform widerrufen. Den Widerruf richten Sie bitte an die Fondsgesellschaft.
Widerrufsfolgen:
Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z. B. Zinsen) herauszugeben.
Können Sie uns die empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf. Wertersatz leisten.
Ende der Widerrufsbelehrung"
Wie könnte denn wohl ein „Wertersatz" für „in verschlechtertem Zustand zurückgewährte Nutzungen (z.B. Zinsen)" aussehen? Schmarrn! Worthülsen! Blabla!
Ich sehe schon Hunderte „Anleger" mit ihren „Vertragserklärungen" durch Miami, USA, irren, auf der Suche nach der „Fondsgesellschaft".
Das dick aufgetragene., inhaltslose Phrasengewirr erinnert irgendwie an die schwülstigen Ergüsse des rechtskräftig verurteilten Betrügers Andreas Hammerschmidt, vor dessen Betrügereien wir schon 2003, unter anderem in unserem „Aktuell" Nr. 6 vom Oktober 2003 gewarnt hatten. Ist er wieder an der Costa Blanca aktiv?
Was uns wirklich zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass wirklich Menschen auf diese Betrüger hereinfallen. Die Homepage wie auch die Unterlagen sind nämlich nur Staffage, die sich kaum jemand genau anschaut. Die Betrüger selbst nämlich haben ein sehr überzeugendes Auftreten. Sie versprechen alles, Probleme und Risiken gibt es bei Ihnen nicht. Das glaubt man gern. Bis das Geld weg ist!
Die gute Nachricht: Mit unserer Schwesterfirma Soluciones Europeas unterstützen wir Sie im Schadensfall gern. Gegen faires Honorar.
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Unerwünschte Anbiederung
Freitag, den 09. Oktober 2009 um 11:10 Uhr
Unerwünschte Anbiederung
Andreas Decker schmückt sich mit Vergleich zu Sol&Haben
Wir hatten im Beitrag vom 6. September 2009 in unserem Firmenblog über die positive Entwicklung eines von uns vermittelten Fonds berichtet. Das hat auch Andreas Decker gefallen. Ohne unsere Genehmigung, ja sogar entgegen unserer Ablehnung benutzt er die Information (irreführend zitiert) in seinen Inseraten bisher in den letzten zwei Ausgaben der Costa Blanca Nachrichten (CBN), um seine eigenen angeblichen Erfolge damit zu vergleichen. Um es unmissverständlich klarzustellen:• Wir hatten, haben und werden niemals geschäftliche Beziehungen zu Andreas Decker oder irgendeiner seiner Firmen oder angeblichen Firmen unterhalten.
• Wir lehnen jegliche Gleichsetzung der von uns empfohlenen seriösen und transparenten Kapitalanlagen mit den obskuren Offerten von Decker und seinen Firmen ab.
• Zu einem Kommentar des Chefredakteurs der CBN über die Zwickmühle, in der sich Anzeigenleitung und Redaktion einer Zeitung bei möglicherweise unseriösen Inseraten befinden, habe ich folgenden Leserbrief geschrieben, der von der CBN in der Ausgabe vom 9. Oktober 2009 veröffentlicht wurde:
„Leserbrief zum Artikel „Der Schaden auf mittlere Sicht" von Thomas Liebelt, CBN Nr. 1345, 25 September 2009
Wie die Schandtaten einzelner den Ruf ganzer Branchen und auch unseres Lebensraums Costa Blanca beschädigen können, zeigte in den Neunzigern das Beispiel des betrügerischen Bauträgers Hutt aus Denia. Monatelang gingen die Horrorgeschichten, die Immobilienkäufer und Bauherren mit dem dreisten Betrüger erlebt hatten, quer durch sämtliche deutschen Medien. Die Costa Blanca wurde pauschal als „Paradies für Betrüger" verunglimpft und so gut wie jeder, der mit Immobilien zu tun hatte, mochte er auch noch so sauber arbeiten, hatte darunter zu leiden. Auch damals hatten schon lange zuvor Betroffene und Brancheninsider vor dem Betrüger und seinen Machenschaften gewarnt. Weitgehend vergeblich. Erst, als die Spatzen es sprichwörtlich von den Dächern pfiffen und auch die Staatsanwaltschaft tätig geworden war, konnten die Medien die Sache umfassend aufgreifen. Das Problem bei Betrug, gerade auch mit Kapitalanlagen, ist eben, dass der Sachverhalt selten sofort klar auf der Hand liegt. Umso mehr ist der CBN zu danken, dass sie, eindeutig entgegen vordergründigen eigenen Wirtschaftsinteressen, im Fall Andreas Decker die Fakten aufdeckt und die Öffentlichkeit informiert. Sachlich und sauber recherchiert. Die unglaubliche Frechheit dieses Tatsachenjogleurs wurde dann in der folgenden CBN offenbar, als Decker, wieder mit seinem Konterfei und unter dem Logo von Coldwell Banker (eine Gesellschaft dieses Namens gibt es in Els Poblets nicht), die angeblichen Renditen seiner Anleger feierte. Dass er uns, Sol&Haben, seine schärfsten Kritiker, dabei quasi „umarmt" und eine solide und transparente Investition, die wir seinerzeit vermittelt hatten, mit seinen obskuren Geschäften gleichstellt, freut uns nicht. Im Gegenteil: Wir distanzieren uns mit Nachdruck von Decker und seinen Machenschaften, egal unter welchem Logo er diese auch immer betreibt. Mit Decker und seinen Firmen hatten wir nie Geschäftsbeziehungen, haben wir nicht und wollen wir auch nie haben. Wir sehen uns auch nicht als Wettbewerber. Schließlich vergleicht man ja nicht Äpfel mit Pferdeäpfeln. Harald Wolff, Denia"
Mehr Information über die Geschäftsmethoden von Andreas Dieter Decker lesen Sie in einem Artikel der Costa Blanca Nachrichten (CBN).


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Den letzten beißen die Hunde
Montag, den 28. September 2009 um 09:46 Uhr
„Die Letzten beißen die Hunde"
Das Ende eines Schneeballsystems
Das tückische an einem Schneeballsystem ist, dass es allen Beteiligten zunächst eigentlich gut geht:• Der Initiator bekommt Geld, das er verwenden kann, wie er will.
• Der „Anleger" bekommt von dem Geld eine vermeintliche Rendite.
• Der Anleger empfiehlt die Super-Geldanlage weiter.
• Der Initiator bekommt noch mehr Geld, das er verwenden kann, wie er will.
• Die Anleger werden aus dem Geld bedient.
• Es scheint nur Gewinner zu geben.
Irgendwann kommt es zu einer Störung in diesem System. Das kann verschiedene Gründe haben:
• Das Feld ist „abgegrast", es kommen zu wenig „Neuanleger". Damit versiegt der Zustrom von Geld.
• Misstrauen kommt auf. Zweifel am „Geschäftsmodell" wachsen.
• Seriöse Geschäftsleute wehren sich gegen betrügerische „Mitbewerber", deren vermeintlich attraktive Angebote in der realen Welt nicht möglich sind.
• Immer mehr Anleger fordern ihr Geld zurück.
• Gerichte, Staatsanwaltschaft oder Presse durchleuchten das Geschäft.
Jetzt machen einige Anleger Druck. Um das System möglichst lange aufrecht zu erhalten, bedient der Initiator zunächst die, die ihm am meisten wehtun. Teilweise werden nun Neuanleger zu besonders attraktiv erscheinenden „Sonderkonditionen" gelockt. Deren Geld geht dann entweder direkt an die Anleger, die am lästigsten werden oder als Fluchtgeld in die Tasche des Initiators. Bleibt der Zustrom aus, verschwindet der Initiator und/oder beklagt alle möglichen widrigen Umstände, die das gute Geschäft zerstört hätten. Sehr häufig werden auch die, die den Betrug aufdecken als Schuldige am Zusammenbruch gesehen. Schließlich war doch alles so schön und harmonisch, bis jemand die Illusion zerstörte. Erstaunlicherweise werden nun einige Opfer zu den engagiertesten Verteidigern des Betrügers. Dieser stellt sich selbst als Opfer dar. Er hat immer noch einen guten persönlichen Draht zu seinen „Kunden", denn „zu seiner Zeit" war ja immer alles schön harmonisch gewesen. Erst die Störung von dritter Seite hat den Zustrom versiegen und damit sein tolles Geschäftsmodell platzen lassen.
Dabei kann es den ersten Kunden ja noch recht gut gehen. Sie haben vermeintliche Gewinne kassiert und wenigstens einen Teil ihres Geldes wieder zurückbekommen. Übrigens müssen die Scheingewinne auch dann versteuert werden, wenn diese wieder angelegt und dann zusammen mit dem Kapital komplett verloren sind. Stellen Sie sich vor, Sie hätten 100.000 Euro „angelegt" und Sie hätten damit 100.000 Euro „verdient". Sie wären begeistert gewesen und hätten auch den Gewinn sofort wieder „angelegt". Nun platzt das Ganze und Sie haben nichts mehr. Da kommt dann richtig Freude auf, wenn der Steuerbescheid vom Finanzamt für den Gewinn von 100.000 Euro ins Haus flattert. Ergebnis:
• Kapital weg.
• „Gewinn" weg.
• Steuern auf „Gewinn" zu zahlen.
• Per Saldo also mehr als den eigenen Einsatz verloren.
Sie glauben das nicht? Höchstrichterlich bestätigt! Googeln Sie mal unter „Ambros S.A".
Das Problem haben die letzten Anleger ja zum Glück nicht mehr. Sie haben einfach ihr Geld hergegeben und verloren. Für Gewinne blieb keine Zeit mehr. Ob sie das tröstet?
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Schneeballsysteme, einfach und effizient
Montag, den 21. September 2009 um 09:20 Uhr
Schneeballsysteme, einfach und effizient
Der schnelle Weg zu fremdem Geld
Als Schauspielerin war Adele Spitzeder nicht so erfolgreich, dass sie ihren aufwändigen Lebensstil davon hätte finanzieren können. Aber sie verfügte über eine gute Erziehung und ein überzeugendes Auftreten. Zusammen mit einem gewissen schauspielerischen Talent hatte sie also das Handwerkszeug, mit dem sich im Leben viel erreichen lässt. Als sie wieder einmal völlig ohne Geld dastand, kam sie auf eine ebenso einfache wie geniale Idee: Sie bot einem Zimmermann aus ihrem Bekanntenkreis an, bei ihr 100 Gulden Kapital anzulegen. Dafür sollte er monatlich 10% an Zinsen bekommen. Ganz generös bezahlte sie die Zinsen gleich für 2 Monate im Voraus. Der Zimmermann war von diesem lukrativen Geschäft so begeistert, dass er nicht nur einwilligte, sondern auch seinen Freunden und Bekannten von dieser tollen Gelegenheit vorschwärmte. In der Folgezeit wurde Adele Spitzeder mit Geld geradezu überschwemmt. Landwirte verkauften ihre Höfe, um von den Zinsen gut zu leben. Spitzeder gründete eine Bank in München, die im Volksmund nach der Straße, in der sie sich befand, „Dachauer Bank" genannt wurde. Mit dem hereinströmenden Geld tat sie nichts weiter, als die „Zinsen" der vorherigen „Anleger" zu bezahlen. Eine Buchhaltung gab es nicht. Es blieb natürlich reichlich Geld übrig, um selbst nun endlich angemessen auftreten zu können. Inklusive großzügigem Stadtpalais nahe der Münchener Residenz. Zur Volksheldin wurde sie allerdings durch ihre Wohltätigkeit. Sie gründete unter anderem die erste Münchener Suppenküche zur Armenspeisung. Adele Spitzeder war ganz oben. Sie kam allerdings schnell wieder herunter, als eine Gruppe von Anlegern, misstrauisch geworden, das Kapital zurückverlangte. Das ging natürlich nicht. Das Schneeballsystem platzte, die Bank ging mit 8 Millionen Gulden Verbindlichkeiten pleite und Frau Spitzeder tauschte das vornehme Stadtpalais mit einem soliden Gefängniszimmer. Geschehen 1873.Adele Spitzeder ist heute eine geschichtliche Figur, schillernd und, nach so langer Zeit, fast sympathisch. In Büchern, Theaterstücken und sogar im Film wurden ihr Denkmäler gesetzt. Die vielen Menschen, die ihretwegen die Existenz verloren und sich sogar aus Verzweiflung das Leben genommen hatten, sind vergessen.
Charles Ponzi, aktiv in den frühen 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den USA, ist Namenspate für das nach ihm benannte „Ponzi Scheme". Das ist die gebräuchliche angelsächsische Bezeichnung für ein betrügerisches Schneeballsystem. Seine Geschäftsgrundlage war eine einfache Idee, mit der er seine Anleger überzeugen konnte: Er gab vor, die Preisdifferenz internationaler Postantwortscheine zu nutzen, um Gewinn zu machen. In USA bekam man solch einen Schein, der als Rückporto bei Postsendungen zwischen verschiedenen Währungsgebieten benutzt wurde, für 6 Cent. Bedingt durch den Verfall der europäischen Währungen nach dem ersten Weltkrieg musste man in Europa 20 Cent dafür zahlen. Ponzi kaufte also die Scheine in USA und verkaufte sie in Europa. Sagte er. Einwänden, dass der Handel damit gesetzlich nicht möglich sei, begegnete er mit der Behauptung, er habe einen Weg gefunden und die Details seien eben sein Geschäftsgeheimnis. Um das in großem Stil machen zu können, nahm er Geld von Anlegern entgegen. Das klang sinnvoll und lockte Investoren in hellen Scharen an. Die Konditionen waren ja auch verlockend: Wer 10.000 Dollar gab, erhielt ein Zertifikat, auf dem sich Ponzi verpflichtete, nach 90 Tagen 15.000 Dollar zurückzuzahlen. Bis zu 15 Millionen Dollar sammelte er in kurzer Zeit von rund 40.000 Kunden ein, bis die Medien aufmerksam und erste Anleger misstrauisch wurden. Jemand rechnete nach, dass Ponzi für das eingesammelte Geld rund 160 Millionen Postantwortscheine hätte kaufen müssen. Im Umlauf befanden sich aber insgesamt nur 27.000. Das System platzte und die Polizei konnte gerade noch 1,5 Millionen Dollar sicherstellen. Ponzi wurde verurteilt und versuchte nach seiner Haftentlassung erneut einen Betrug mit einem Schneeballsystem. Diesmal mit unbrauchbaren Grundstücken in Florida. Auch dieser Schwindel flog auf und er verschwand für weitere 7 Jahre hinter Gittern. Danach wurde er aus den USA in sein Heimatland Italien abgeschoben, wo er als Held verehrt wurde. Auch er hatte unzählige Existenzen vernichtet und etliche Selbstmorde zu verantworten.
Ein übles Verbrechen
Auch wenn manche Betrüger insgeheim augenzwinkernd für ihre Kreativität, ihre Dreistigkeit und ihren „Erfolg" bewundert werden, ist Kapitalanlagebetrug im wahrsten Sinne des Wortes ein Kapitalverbrechen. Anständige Menschen verlieren ihre Altersversorgung, ihre Lebensgrundlage, ihre Gesundheit, manchmal sogar den Lebensmut und schließlich das Leben. Es ist nicht immer blinde Gier, die Menschen in die Falle tappen lässt. Meist ist es Arglosigkeit und Vertrauen. Wer sich in das Vertrauen von arglosen Menschen einschleicht, um diese dann hinterhältig und skrupellos auszuplündern, ist ein Lump, der keine Nachsicht verdient. Ein Skandal, dass die Justiz davor immer noch weitgehend die Augen verschließt. Umso wichtiger ist die Aufklärung durch die Medien.
Eine Masche, die immer modern ist
Bis heute funktionieren auch großangelegte Betrügereien nach dem einfachen Prinzip, das sich die vorgestellten „Pioniere" der Betrugsbranche zunutze gemacht hatten. Bereits der erste „Anleger" finanziert das Wachstum des Systems. Seine ersten „Erträge" bekommt er von seinem eigenen Geld und weiter von den Einlagen der neuen Geldgeber. Der Betrüger glänzt mit einer guten Bankauskunft und kann sehr schnell Referenzen vorstellen. Schließlich zahlt er ja gut und pünktlich. Wenn er dann jahrelang immer schön pünktlich bezahlt hat, ist er über jeden Zweifel erhaben. Wie Bernard Madoff, dem viele Jahre lang nicht einmal eine detaillierte Anzeige bei der US-Aufsichtsbehörde SEC etwas anhaben konnte. Einen reichen Wohltäter und Mäzen stellt man eben nicht in Frage. Klarsichtige Kritiker werden als Neider oder erfolglose Konkurrenten diffamiert, die sich am „Erfolg" der Lichtgestalt stören. Solch ein System kann über viele Jahre funktionieren bis eine Störung eintritt. Vielleicht ist das Neukundenpotential erschöpft, eine Krise oder wachsendes Misstrauen führt dazu, dass immer mehr Anleger ihr Geld zurückverlangen. Dann kann oder will der Betrüger nicht mehr zahlen und macht sich aus dem Staub. Oder versucht es jedenfalls.
Der Betrüger verkauft die heile Welt
Das große Erfolgsgeheimnis erfolgreicher Betrüger ist ihre unbestreitbare soziale Kompetenz. Sie sind angenehme Gesellschafter und gute Geschichtenerzähler. Eine gute „Story" ist schließlich ihre Geschäftsgrundlage. Und anders als bei ernsthaften Beratern, die über alle nur denkbaren Risiken aufklären müssen, gibt es bei ihnen keine nennenswerten Risiken. Weil der Kunde das Geschäft, aus dem der Ertrag letztlich kommen muss, nicht im Detail versteht, gibt er sich mit Oberflächlichkeiten zufrieden. Gute Atmosphäre, heile Welt, vielleicht eine kurzweilige Besichtigungsreise, eine exklusive Clubzugehörigkeit - ein Interessent, der sich wohl und wichtig genommen fühlt, unterschreibt leichter. Vertrackt daran ist, dass auch seriöse Vermittler und Verkäufer sich derselben Mittel bedienen (müssen). Wie also erkennt man den Unterschied?
Hier einige Grundsätze, wie man die Spreu vom Weizen trennt:
1. „Dracula" - Der Fürst der Finsternis
Sobald ein unseriöses Angebot dem Tageslicht ausgesetzt ist, zerfällt es zu Staub. Zu seriösen Kapitalanlagen gibt es immer (!) einen Prospekt, der das angebotene Geschäft detailliert beschreibt, der alle Beteiligten natürlichen und juristischen Personen mit ihrer Funktion, Anschrift, Registerdaten, Beteiligungs- und Abhängigkeitsverhältnissen nachvollziehbar enthält. Auch, wenn Sie als Anlageinteressent nicht so tief einsteigen wollen oder können. Mit einem ordentlichen Prospekt können Sie Ihre Anlage jederzeit unabhängig überprüfen lassen und im Notfall Ihre Partner darauf „festnageln". Wenn Ihr Berater einen solchen Prospekt nicht oder „erst nach Kapitalnachweis" aushändigen will, Finger weg! Manchmal sollen Sie sogar Geheimhaltungsklauseln unterschreiben. Dann wundern Sie sich nicht, wenn der Verbleib Ihres Vermögens auch vor Ihnen geheim bleibt.
2. Vorsicht vor „lustlosen" oder inkompetenten Beratern!
Dem Autor sind mehrere Fälle begegnet, in denen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Bankangestellte geradezu himmelschreiend unseriöse Angebote einfach durchgewinkt haben. In einem aktuellen Fall an der Costa Blanca steht ein Rentnerehepaar durch einen dreisten Trick kurz davor, ohne nennenswerte Gegenleistung das Haus zu verlieren. Um sich abzusichern hatten die alten Leute das Angebot einem bekannten Steuerberater in Denia und dem Bankdirektor „ihrer Hausbank" vorgelegt. Beide fanden nichts an dem wirklich haarsträubenden Angebot auszusetzen. Eine Kapitalanlage prüft man nicht „mal eben so im Vorbeigehen". Ein unseriöses Angebot ist für den echten Fachmann manchmal auf den ersten Blick zu erkennen, meist innerhalb weniger Minuten. Einem Angebot Seriosität zu bescheinigen, erfordert mehr Mühe. Stunden, manchmal Tage oder, wenn weitere Recherchen nötig sind, sogar Wochen und Monate. Lassen Sie sich eine Expertise lieber schriftlich geben, damit Sie sicher sein können, dass der Experte sich wirklich damit beschäftigt hat.
3. „Rumpelstilzchen" - „ach wie gut, dass niemand weiß ..."
Ein seriöser Partner sagt Ihnen vor Abschluss unmissverständlich, wer er ist und in wessen Auftrag er arbeitet. Und belegt dies auf Wunsch. Ein Firmenschild ist schnell angebracht. Wir erleben immer wieder, dass sich unseriöse Anbieter ständig umbenennen oder mit einer „sauberen" Firma auftreten, die Kapitalanlage aber in eine andere, manchmal ähnlich klingende Gesellschaft fließt, die manchmal sogar außerhalb unseres bekannten Rechtssystems angesiedelt ist. Gern schmückt man sich auch mit fremden Federn und wirbt mit dem Namen oder Logo einer renommierten Firma, die, bei Licht betrachtet, nichts mit der Anlage zu tun hat.
4. „Hütchenspiel" - Wer hat das Geld?
Vielfach wird mit Treuhand- oder Notarkonten geworben, um eine sichere Abwicklung darzustellen. Das ist grundsätzlich auch gut so, sollte aber nicht dazu führen, dass Ihre Aufmerksamkeit nachlässt.
• Erste Frage: Wer ist der Treuhänder? Gibt es ihn und ist er, was er zu sein vorgibt? Lassen Sie sich die Kontaktdaten nicht vom Vermittler geben, sondern suchen Sie sich die Daten selbst heraus. Er könnte ja auch ein Strohmann sein.
• Zweite Frage: Welchen Auftrag hat der Treuhänder? Was muss er prüfen, bevor er das Geld herausgibt?
• Dritte Frage: Wie kommt das Geld zum Treuhänder? Wenn Sie das Geld nicht selbst an den Treuhänder weiterleiten, sondern dem Vermittler geben, damit der das Geld weiterleitet, können Sie sich den Treuhänder gleich sparen.
5. Womit wird der Ertrag verdient?
Auch, wenn Sie das Geschäft nicht verstehen, gibt es doch einige logische Überprüfungen. Beispiel: Von Ihrem Geld soll ein Grundstück gekauft und bebaut werden. Das fertige Objekt soll dann mit Gewinn verkauft werden. Ihr Partner verspricht Ihnen eine zweistellige Rendite, die ab dem ersten Monat ausgezahlt werden soll. Wie soll das gehen? Nur von Ihrem eigenen Geld! Und womit wird dann gebaut? Anders bei fertigen, vermieteten Objekten. Da gibt es Eigentumsnachweise und Mietverträge.
6. Garantien
Mit Garantien soll vielfach die Aufmerksamkeit des Anlegers eingelullt werden. Nur, wer ist der Garantiegeber? Weiß der davon? Unter welchen Umständen greift die Garantie? Ein Anbieter pries eine „notariell garantierte Rendite von 12 Prozent" an. Glauben Sie, dass ein Notar, der noch bei Verstand ist, solch eine Garantie abgibt? Oder dass es eine ernstzunehmende Versicherungsgesellschaft gibt, die Kapital und 12 Prozent Rendite versichert?
7. Rechtsstellung des Anlegers
Welcher Art ist das Recht, das Sie mit Ihrer Kapitalanlage erwerben? Geben Sie ein Darlehen und erwerben Sie einen Zins- und Rückzahlungsanspruch? Werden Sie Mitunternehmer, typisch oder atypisch still Beteiligter? Ist Ihr Ertrag und die Rückzahlung des Kapitals von geschäftlichem Erfolg oder gar von Glück abhängig? Mal kommt es auf die Bonität dessen an, der Ihr Geld bekommt, mal auf die Tüchtigkeit, auf äußere Einflüsse oder das Aufgehen eines Geschäftskonzepts. Ein seriöser Anbieter wird dazu ausführliche Informationen zur Verfügung stellen.
8. Die „perfekte Kapitalanlage"
Fast jeder wünscht sich die Kapitalanlage, die maximal sicher ist, höchst rentabel und jederzeit verfügbar. Dieser Wunsch ist nicht ganz leicht zu erfüllen. Letztlich ist eine Kapitalanlage, die diese Wünsche weitgehend erfüllt, immer ein Kompromiss, entweder mit Schwerpunkt auf die eine oder andere Eigenschaft. Oder ein Konzept, das mehrere Kapitalanlagen sinnvoll kombiniert. Viele Anbieter, auch vermeintlich seriöse Institute, verpacken ihre Produkte jedoch so hübsch, dass die Kunden sie kaufen, ohne wirklich zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Also ist es wichtig, die Verpackung zu lupfen und hineinzuschauen. Glauben Sie, dass hunderttausende von Anlegern Lehman-Zertifikate gekauft hätten, wenn sie gewusst hätten, was das wirklich ist? Ganz leicht hat es auch hier wieder der Betrüger. Er kann leichten Herzens das Blaue vom Himmel versprechen. Er muss es ja nicht halten. Ein paar Monate oder Jahre Vorsprung reichen ihm.
9. Der klarsichtige und ehrliche Berater zerstört Illusionen
Er trübt das heile Weltbild mit Risikodarstellungen, Abwägungen, Unbequemlichkeiten. Er macht es sich und Ihnen nicht leicht. Schließlich geht es um Ihr Vermögen. Das bringt ihn gegenüber dem Betrüger, der weder Risiken noch Probleme kennt, in den Nachteil. Aber - wollen Sie lieber dem Spitzenverkäufer gegenübersitzen, oder jemandem, der Ihre Bedürfnisse ernstnimmt?
10. Holen Sie ruhig eine zweite Meinung ein
Aber achten Sie darauf, dass der Berater ihre Belange ernstnimmt. Weder zu oberflächlich ist, noch einfach das zu prüfende Angebot einfach vom Tisch wischt und seine eigenen Angebote aus der Schublade holt. Es gibt viele Wege zum selben Ziel und auch gute Produkte. Ein guter Berater akzeptiert das.
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Gespräch mit Andreas Decker
Montag, den 17. August 2009 um 09:27 Uhr
Gespräch mit Andreas Decker
Doch alles in Ordnung?
Lassen Sie mich eines vorausschicken - offener Dialog ist besser als Rechtsstreit. Deshalb war ich sofort einverstanden, als der Anruf aus dem Büro Decker/Seahorse/Coldwell Banker mit dem Vorschlag für ein Gespräch kam. Das Gespräch fand dann am Freitag, 14. August 2009 auf „neutralem Boden" statt. Gastgeber war eine Immobiliengesellschaft, der wir beide gern Unabhängigkeit und Seriosität unterstellen. Danke für die Gastfreundschaft!Nicht ganz verstanden habe ich den Sinn, warum Herr Decker zu dem Gespräch als Zeugen für seine Seriosität einen anderen als den Kunden eingeladen hatte, der uns um Hilfe gebeten hatte. Einen, der „identische Verträge" hat. Auch der Gastgeber fragte nach, warum er nicht den Kunden eingeladen hatte, der wissen will, was mit seinem Geld geschieht. Nun gut, Decker stimmte auch einem solchen Gespräch grundsätzlich zu.
In der Sache kamen wir dann doch nicht so recht weiter. Unsere Fragen wurden nicht zufriedenstellend beantwortet. Zumindest wurden die Behauptungen von Andreas Decker wieder nicht belegt. Eine ganz einfache Frage z.B. ist die nach der angeblichen Abwicklung über Notarkonto. Wie soll das der Sicherheit des Kunden dienen, wenn das Anlagegeld per Scheck an Decker oder einen Mitarbeiter übergeben und der Scheck in Spanien von Deckers Mitarbeiter in bar eingelöst wird? Auch angesichts dessen, dass Notare weder in Spanien noch in der dominikanischen Republik Geld für Dritte entgegennehmen dürfen, wird die Frage erlaubt sein, wie das denn gehen soll? Es ist ja nur eine Frage, die der Eigentümer des Geldes stellt. Immerhin kann Herr Decker sich vorstellen, für den Kunden eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Dem wollen wir nicht im Weg stehen. Daher warten wir ab, bevor wir uns weiter zu diesem Fall äußern.
Verliert das Ehepaar R. sein Haus?
Auch zum Fall des Rentnerehepaares, das Strafanzeige erstattet hatte, konnten wir die Darstellung von Andreas Decker hören. Er sei zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses obskuren Geschäfts nicht persönlich anwesend gewesen. Er sei auch nicht einverstanden mit der Sache, habe aber seine Lösung, die er bereits vorbereitet gehabt hätte, zurückgehalten, weil man ihn angezeigt habe. Mit solchen Leuten rede er nicht.
Die unstreitigen Eckdaten des „Geschäfts":
Das Ehepaar R. hatte sich auf ein Inserat gemeldet, das eine Rente aus einer Beleihung ihres Eigenheims versprach. Be- und versprochen wurde im anschließenden Beratungsgespräch mit Andreas Decker eine garantierte monatliche Rente über 5 Jahre, beginnend mit 450 Euro, pro Jahr um 25 Euro steigend. Aus einem Kapital von 100.000 Euro sollten zunächst 6.000 Euro als Vorabauszahlung an das Ehepaar R. gehen. 94.000 Euro waren für die Kapitalanlage gedacht, aus der die monatliche Rente kommen sollte. Am Ende, nach 5 Jahren, sollte nach Rückzahlung des Darlehens ein Überschuss von 5 - 6.000 Euro verbleiben. So die Darstellung von Andreas Decker gegenüber dem Ehepaar R..
Tatsächlich wurden die 6.000 Euro an das Ehepaar R. ausgezahlt. Zwei Schecks über zusammen 82.000 Euro wurden ebenfalls übergeben, allerdings nicht an das Ehepaar R., sondern offenbar an einen Herrn Fischbach in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer einer „Luiysy Levante S.L.".
Insgesamt flossen also 88.000 Euro. Als Sicherheit wurden 2 Wechsel über zusammen 126.000 Euro vom Ehepaar R. unterschrieben. Laufzeit 1 bzw. 4 Monate. Im Notarvertrag über die als Sicherheit zu bestellende Hypothek wurden insgesamt 260.820 Euro als Belastung eingetragen. 126.000 Euro Kapital, 25% Kosten und Gebühren sowie 29% p.a. Zinsen für 3 Jahre. Der Notarvertrag und weitere Dokumente waren in Spanisch abgefasst und wurden dem Ehepaar R. von Herrn Fischbach übersetzt und erläutert. Lediglich die „Investitionsvereinbarung" mit der Luiysy Levante S.L. (die weder der Anwalt des Ehepaares noch wir ausfindig machen konnten) aus der die monatlichen „garantierten Rentenauszahlungen" hervorgehen, ist in deutscher Sprache formuliert. Von Mai bis November 2008 zahlte Decker (!) dann monatlich 450 Euro an das Ehepaar R.
Die Wechsel wurden „pünktlich" bei Fälligkeit vorgelegt. Das Ehepaar R. konnte natürlich nicht zahlen. Also wurde die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Die Versteigerung des Häuschens der Eheleute ist für Mitte September 2009 angesetzt. Das Ehepaar R. fühlte sich betrogen, ging zum Anwalt und dieser erstattete im Oktober 2008 Strafanzeige gegen 4 beteiligte Personen, darunter Claus Detlev Fischbach und Andreas Dieter Decker. Bei einem Gespräch im November 2008 erwähnte Herr R., dass er die Strafanzeige zurückziehen werde, wenn Decker eine Lösung anbieten könne. Daraufhin verwies Decker das Ehepaar R. des Hauses und erteilte Hausverbot. Gleichzeitig stellte er die weiteren Zahlungen ein und lehnte weitere Verhandlungen ab.
Das sind die unbestrittenen Fakten.
Decker sagt nun, er wisse nicht, wo das ausgezahlte Kapital von 82.000 Euro geblieben sei. Er selbst sei ja bei der Abwicklung des Geschäfts nicht anwesend gewesen. Trotzdem habe er persönlich von März bis November 2008 die „Rentenauszahlungen" geleistet. Schließlich habe er ja für die Vermittlung des Geschäfts eine Provision von 10.000 Euro erhalten. Nicht schlecht, 10.000 Euro Provision für die Vermittlung eines Darlehens von insgesamt 88.000 Euro! Von wem eigentlich? Und dann nicht einmal zu wissen, wo 82.000 Euro davon geblieben ist! Ihm sei auch nicht wohl bei der Sache und er könne sich vorstellen, eine Lösung für das Ehepaar R. zu suchen. Hoffen wir das Beste!
Übrigens - wenn Sie in den Inseraten von Decker die Internet-Adresse „Coldwellbanking.net" sehen, denken Sie nicht etwa, dass das etwas mit Bank oder „Banking" zu tun hat. „Banker" ist der Familienname eines der Gründer des Immobilien-Franchiseunternehmens, mit dem Decker nach eigener Darstellung zusammenarbeitet. Mit den Kapitalanlagen, die Herr Decker vollmundig anpreist, hat das Unternehmen nach seiner eigenen Aussage nichts zu tun. Schon gar nicht wird Coldwell Banker, wie in der aktuellen CBN-Anzeige dargestellt, für die „Hypothekenrückzahlung" einstehen. Vergleichen Sie übrigens einmal die Homepage www.coldwellbanking.net mit www.holdingcbeurope.com . Ähnlicher Auftritt, ähnliches Logo. Irreführung? Urteilen Sie selbst.
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