Was ist los bei Schiffsbeteiligungen?
Dienstag, den 02. März 2010 um 09:51 Uhr
Was ist los bei Schiffsbeteiligungen?
Medienrummel und Panikmache widersprechen den Fakten
Am 26. Februar 2010 fand bei Sol&Haben eine Informationsveranstaltung zur gegenwärtigen Situation bei Schiffsbeteiligungen statt. Ausführlich wurden die Fakten dargestellt, erklärt und besprochen. Angesichts des großen Umfangs von 116 Präsentationsfolien mit einer Fülle von Fakten, aufbereitet in Charts, Grafiken und Zahlenmaterial, die umfassend erläutert wurden, kann die folgende Zusammenfassung nur stark gekürzt die wesentlichen Inhalte und Schlussfolgerungen wiedergeben.
Individuelle und gefühlte Situation
Schiffsfondsanleger werden aktuell mit einer Fülle von alarmierenden Nachrichten und Meinungen überhäuft, die große Unsicherheit hervorrufen. Mit fundierter Information kann die Unsicherheit überwunden und eine Basis für vernünftige Entscheidungen geschaffen werden.
Medien
Medien wie ZDF-WISO, Handelsblatt, BILD und weitere Tageszeitungen lassen sich von interessierten Kreisen wie Rechtsanwälten und Schnäppchenjägern vor den Karren spannen und verbreiten völlig falsche Horrormeldungen wie z.B. von drohende Kapitalverlusten in Milliardenhöhe und der bevorstehenden Pleite aller oder der Mehrzahl der Schiffsfonds. WISO berichtet sogar vom völligen Stillstand des Hamburger Hafenbetriebs und stimmt alle Anleger von Schiffsfonds auf den Totalverlust ihrer Investitionen ein.
Treuhandberichte
Anders als bei anderen Kapitalanlagen werden Anleger in Schiffsfonds als Kommanditisten sehr „hautnah" informiert und in die Entscheidungsprozesse eingebunden. Daher sieht der Anleger jedes Problem, das ihm vom Fondsmanagement und dem Treuhänder zusätzlich detailliert erläutert wird, sehr deutlich. Die Treuhänder weisen auch auf mögliche Folgen ausbleibender oder falscher Maßnahmen hin. Das kann beunruhigen. Hinzu kommt, dass das Handelsrecht Regeln, Fristen und Formulierungen aufweist, die für viele Anleger ungewohnt sind, die nicht ständig damit zu tun haben. Das fördert ein Gefühl der Unsicherheit, manchmal gar Hilflosigkeit und schließlich die Angst um das eingesetzte Kapital.
Ausschüttungen
Ausschüttungen sind nicht identisch mit Gewinnen. Das wird gern gesehen, wenn keine Steuern darauf anfallen. Weit weniger gefällt es, wenn geplante Ausschüttungen ausbleiben. Das kann durchaus auch in Gewinnsituationen stattfinden, wenn kaufmännische Vernunft oder Vorsicht das Zusammenhalten von Liquidität gebietet. Wenn die Liquidität statt in Ausschüttungen z.B. in Sondertilgungen fließt, kann dies positive Folgen für spätere Kosten haben und die Krisenfestigkeit stärken. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen natürlich zuerst Kosten und Rücklagen bedient werden, bevor ausgeschüttet werden kann. Wichtig für Anleger ist das Wissen, dass jeder Cent, der in der Gesellschaft verbleibt, anteilig den Anlegern gehört. Nicht dem Emissionshaus, nicht dem Treuhänder und auch nicht dem Berater. Niemand bereichert sich am Anleger, wenn dieser keine Ausschüttung bekommt. Unwissenheit und Desinformation schüren aber genau diese Angst.
Wiedereinlagen
Wenn beispielsweise ein Schiff handelsrechtlich abgeschrieben wird, so schmälert diese Abschreibung den handelsrechtlichen Gewinn. Auf dem Konto fehlt in diesem Moment kein Cent. Wenn nun aus den Einnahmen nach Abzug aller Kosten, Zinsen und Tilgungen, vielleicht sogar Sondertilgungen und Rücklagen für absehbare oder mögliche Aufwendungen, Liquidität übrig bleibt, kann diese an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Das ist wirtschaftlich vernünftig und rechtlich zulässig. Handelsrechtlich jedoch gilt eine Ausschüttung, die nicht durch einen handelsrechtlichen Gewinn gedeckt ist, als Rückzahlung des Gesellschafterkapitals. Eigentlich kein Problem. Wird tausendfach so gemacht. Geht allerdings die Gesellschaft in die Insolvenz, so kann der Insolvenzverwalter die Ausschüttungen, die nicht Gewinne waren, zurückfordern. Droht also die Insolvenz, so wäre es klug von den Gesellschaftern, die Ausschüttungen freiwillig an die Gesellschaft zurückzugeben. Besser man zahlt zurück und verhindert damit die Insolvenz, als wenn man untätig auf die Insolvenz wartet, um dann doch zurückzuzahlen.
Kapitalerhöhungen
Braucht eine Gesellschaft Geld, um z.B. fehlende Einnahmen auszugleichen, so kann dies durch Kredit oder durch Eigenkapital aufgebracht werden. Heute verlangen kreditgebende Banken einen angemessenen Eigenkapitalanteil der Gesellschafter an der Schließung der Liquiditätslücke. Legen Gesellschafter zusätzliches Geld in die Gesellschaft, so ist dies eine Kapitalerhöhung. Meist wird dieses Kapital zum „Vorzugskapital" um dafür einen Anreiz zu schaffen. Das Vorzugskapital nimmt dann in Folge überproportional an der Verteilung von Überschüssen und des Liquidationserlöses teil. Für den „Alt"Gesellschafter, der sich anteilig mit Vorzugskapital engagiert, bleibt damit der Anteil am Kuchen gleich. Der Altgesellschafter, der sich nicht beteiligt, hat künftig einen geringeren Anteil an der Gesellschaft und bekommt dann, auch darauf bezogen, noch weniger, wenn es um die Verteilung späterer Überschüsse und Liquidationserlöse geht. Ein neuer „Vorzugsgesellschafter", der von außen hinzu kommt und das Vorzugskapital zeichnet, das von Altgesellschaftern nicht aufgebracht wird, ist der große Gewinner, wenn nach Überwindung der Krise Kasse gemacht wird.
Manchmal hört man (nicht von unseren wohlinformierten Anlegern!) die Einstellung: „Von mir bekommen die keinen Cent mehr!" „Sollen die doch allein damit fertig werden!" Damit erhöht der uninformierte Anleger seine Chance auf einen Totalverlust rapide! Es geht um sein Geld. In seinem Interesse! Darum kämpfen Reeder, Fondsmanagement, Treuhand, Emissionshaus und Berater gemeinsam im Sinne aller Anleger.
Objektive, belegbare Situation
Märkte
Um sich ein klares Bild von der Situation zu machen, hilft der Blick auf Fakten. Panikmache und Sensationsgeschrei hilft vielleicht der Auflage oder der Quote. Sicher nicht dem Anleger! Gern wird dann von der globalen Krise in der Seefahrt gesprochen. Dabei werden nicht nur Äpfel mit Birnen verglichen, sondern sogar Frachtschiffe mit Kreuzfahrtschiffen. Oder Containerschiffe mit Massengutfrachtern. Selbst der Markt für kleine, mittlere Containerschiffe und große Containerschiffe ist nicht unmittelbar gleichzusetzen. Grob unterschieden interessieren uns folgende Segmente:
Containerschiffe - verschiedene Größen, verschiedene Märkte
Im Mittelpunkt dieser Betrachtung
Schwerlast - Mehrzweckschiffe
Weniger Probleme als bei Containerschiffen.
Bulker
Der Markt boomt. Aktuell werden historisch hohe Raten erzielt.
Tanker
Nachfrage steigt. Gute Zukunftsprognosen. „Vorkrisenszenario" wieder in 1-2 Jahren erwartet.
Spezialschiffe wie Plattformversorger
Eigener Markt, meist durch langfristige Chartern abgesichert.
Korrelation Weltwirtschaft - Container-Schifffahrt
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein Erfahrungswert für das Verhältnis zwischen dem Weltwirtschaftswachstum ergeben, der besagt, dass der Containertransport um etwa den 2,5fachen Wert des Weltwirtschaftswachstums wächst. Bei 4% Weltwirtschaftswachstum wächst der Containertransport also um rund 10%.
Maßnahmen zur Bewältigung der Krise
Slow Steaming
Der Treibstoff bei Charterschiffen ist von Charterer zu bezahlen. Durch eine Geschwindigkeitsreduzierung (Slow Steaming) wird der Treibstoffverbrauch drastisch reduziert. Das kann die Höhe der gesamten Charterrate ausmachen. Damit ist es wirtschaftlich, mit mehr Schiffen langsamer zu fahren und insgesamt billiger zu transportieren. Vorteil: Es werden mehr Schiffe eingesetzt.
Stornierungen
Seit Oktober 2008 wurden bei Containerschiffen in der Größenklasse von 1.000 bis 4.000 TEU fast 100 Neubauaufträge storniert.
Neubaustopp
In allen Schifffahrtsegmenten ist die Bestellung von Neubauten dramatisch zurückgegangen. Wurden in den Jahren 2006 bis 2008 insgesamt weltweit noch fast 12.000 Schiffe bestellt, also im Schnitt knapp 4.000 pro Jahr, waren es in 2009 gerade mal 370 Einheiten.
Im Jahr 2006 wurden bei den Werften weltweit noch 465 Containerschiffe bestellt, 2007 waren es 535, in 2008 fiel die Anzahl der Bestellungen schon auf 208 und in 2009 wurden gerade mal 7 Schiffe bestellt.
Verschrottung
Während jahrelang nur wenige Schiffe (zwischen 0 und 20 pro Jahr) verschrottet wurden, stieg die Anzahl der Verschrottungen im Jahr 2008 rapide auf rund 100 Containerschiffe an, die „in den Ofen" gingen. 2009 waren es (je nach Quelle) zwischen 200 und 300 Schiffe und bereits in den Anfangsmonaten 2010 wird von knapp 200 Verschrottungen ausgegangen.
Aktuelle Trends
Insgesamt wird die Containerschiffflotte bis Ende 2012 bei den kleineren Einheiten bis 3.000 TEU nicht wachsen, sondern leicht zurückgehen. Bei mittleren Größen von 3.000 bis 7.500 TEU wird ein Wachstum zwischen rund 4,6 und 6 % erwartet. Nur bei den großen Einheiten über 7.500 TEU wird die Flotte aufgrund vorliegender Bestellungen jährlich um rund 20% wachsen. Im Durchschnitt aller Größen wird das Flottenwachstum etwa 6,5% jährlich betragen. Je nach Entwicklung der Weltwirtschaft und Schiffsgröße wird ein Gleichgewicht (="normale" Charterraten) nach realistischen Schätzungen ab 2013, vielleicht 2014 erwartet, wobei ein deutlicher Anstieg der Charterraten schon in 2011 realistisch ist. Im schlimmsten Fall, bei einer Halbierung des aktuellen Wirtschaftswachstums wird ein Gleichgewicht erst 2019 erreicht sein.
Das Institut für Seefahrt und Logistik (ISL) sieht die Trendwende in den Charterraten bei Schiffen bis 3.000 TEU für Ende 2010/Anfang 2011. Im mittleren Größensegment bis 5.000 TEU erwartet das ISL die Erholung in 2014, während bei großen Schiffen über 5.000 TEU ab 2015 mit einer Knappheit an Tonnage zu rechnen ist.
Bereits heute ist die Zahl der „Auflieger" (Schiffe ohne Beschäftigung) trotz vieler Neubauablieferungen deutlich zurückgegangen. Mehr als 90% der Containerschiffe fahren. Die Charterraten steigen deutlich. Auf (zu) niedrigem Niveau, aber sie steigen. Auf Fernost-Europa Routen werden Boxen stehen gelassen, weil die Schiffe voll sind.
Ausblick
Die Schifffahrt wird nicht untergehen. Wirtschaft ohne Schifffahrt ist nicht denkbar. Rund 90% des internationalen Warenverkehrs wird über See von Schiffen transportiert. Dass sich das in naher Zukunft wesentlich ändert, ist realistisch nicht zu erwarten. Durch den plötzlichen Einbruch des Wirtschaftswachstums ist, unterschiedlich nach Segmenten, ein Überangebot an Transportkapazität entstanden, das von der Branche gezielt abgebaut wird. Die Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung greifen und treffen auf ein anziehendes Wachstum der Weltwirtschaft. Damit wird ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage erreicht. Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit je nach Marktsegment. Aufgrund der zum Erliegen gekommenen Neubaubestellungen kann es in einigen Segmenten, wie schon früher, nach ausgeglichenen Märkten sehr schnell zur Überhitzung und damit zu sehr hohen Raten und Preisen kommen.
Empfehlungen für Anleger
Zurzeit geht es darum, das Kapital zu sichern. Dazu müssen die krisenbedingten Liquiditätslücken überbrückt werden. Die uns bekannten Restrukturierungskonzepte sind durchweg vernünftig und haben Aussicht auf Erfolg. Sollte ein Anleger im Einzelfall Zweifel haben, stehen wir gern zur individuellen Beratung bereit. Auch wenn ein eigener finanzieller Beitrag seitens des Anlegers nicht möglich sein sollte, empfehlen wir, dem vorgelegten Restrukturierungskonzept zuzustimmen. Zustimmung und, falls benötigt, finanzieller Beitrag seitens des Anlegers ergeben in den meisten Fällen die beste Lösung. Wir haben in jedem Einzelfall die aktuellen Informationen und beraten gern.
Fazit
Die Schifffahrt kennt Krisen seit Menschengedenken und kann damit umgehen. Diesmal ist sie von der Krise, die sie nicht verschuldet hat, besonders hart getroffen. Das betrifft auch Schiffsfonds als Finanzierungsinstrumente der Schifffahrt. Die Branche ist in der Lage, die Krise zu bewältigen und erreicht dies mit einer Reihe erfolgreicher Maßnahmen. Wegen der Veränderungen im Bankwesen und der gesunkenen Verlässlichkeit von Banken als Partner werden künftig alternative Finanzierungsformen gesucht und gefunden werden. Die Seewirtschaft bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der weltweiten Arbeitsteilung und wird auch in Zukunft ihre Bedeutung behalten. Auch wenn es für Anleger in einigen Fällen zu schmerzhaften (temporären) Einschnitten kommt, gehören Schiffsbeteiligungen auch heute zu den sichersten Kapitalanlagen. Die Zahl der Insolvenzen bewegt sich auch heute noch im Promillebereich oder im unteren einstelligen Prozentbereich. Es wird in naher Zukunft noch zu weiteren Engpässen kommen, denen zu begegnen sein wird. Wenn alle Beteiligten konstruktive Lösungen erarbeiten und unterstützen wird auch diese Krise zu bewältigen sein. Die Anzeichen für eine Erholung sind bereits heute deutlich zu sehen.
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Eine denkwürdige Veranstaltung am 26. Februar 2010
Montag, den 01. März 2010 um 13:25 Uhr
Schiffsbeteiligungen
Durchblick mit Hindernissen
Das war mal eine denkwürdige Veranstaltung! Wir hatten für 17:00 Uhr eingeladen und der Referent, Kai Kristian Meyer von der HCI Schiffsconsult, hätte über eine Stunde vorher komfortabel eintreffen sollen. Dass das nicht so wird, erfuhren wir so gegen 12:00 Uhr mittags, als Air Berlin Herrn Meyer die neue Abflugzeit von München für etwa 14:15 in Aussicht stellte. Wir versuchten also, die Kunden, die ihr Kommen avisiert hatten, zu erreichen und den Beginn auf 18:00 Uhr zu verschieben. Bei einigen gelang dies. Wir bereiteten nunmehr die Versorgung und Unterhaltung der Teilnehmer vor, die schon um 17:00 eintreffen würden, um die Wartezeit zu verkürzen.
Kurz vor 15:00 Uhr rief Herr Meyer an. Aus dem Flugzeug, das in München auf die Startfreigabe wartete. Der Flug müsse über Sizilien umgeleitet werden, weil in Frankreich die Fluglotsen streiken. Die Flugzeit würde sich um rund eine Stunde verlängern.
Als sich schon vor 17:00 unser Büro langsam füllte, verbreitete ich die frohe Botschaft: Herr Meier sei eine real existierende Person, auf dem Weg nach Denia und würde kaum vor 20:00 Uhr eintreffen können. Ich bot an, anhand der Präsentationsfolien von Herrn Meyer und meiner eigenen bescheidenen Kenntnisse schon einmal anzufangen. Das Publikum war einverstanden und schon fanden sich die 18:00 Uhr-Leute verspätet, weil natürlich nicht einzusehen war, warum wir bis 18:00 Uhr warten sollten, zumal der Raum schon voll war.
Gegen 18:00 Uhr war der Raum dann übervoll. Wir hatten etwa 50 Besucher für rund 45 Sitzgelegenheiten. Da passte es dann ganz gut, dass einige Zuhörer genug gehört hatten, als wir um etwa 18:30 Uhr eine Pause machten, um unsere Getränke und Häppchen zu genießen. Nach der Pause hatten dann alle Platz. Inzwischen hatte sich auch schon Herr Meyer aus Alicante gemeldet, er sei schon im Auto und komme jetzt. Gerade rechtzeitig, dass ich mich kurz nach 20:00 Uhr mit der letzten Vortragsfolie im Namen der HCI für die Aufmerksamkeit bedanken und dann den Referenten begrüßen konnte.
Herr Meyer ging dann noch auf die wichtigsten Aspekte aus seiner Sicht ein und beantwortete die Fragen der Anleger, die noch auf ihn gewartet hatten. So gegen 21:30 waren dann auch die letzten Fragen beantwortet und ich konnte Herrn Meyer den Weg zu seinem Hotel zeigen und beim gemeinsamen Abendessen noch einige Insider-Informationen bekommen.
Ein langer und interessanter Tag. Beschwerden von Anlegern wegen der ungewöhnlichen Veranstaltung kamen mir nicht zu Ohren. Unsere Anleger sind eben kooperativ. Danke dafür!
Den sachlichen Inhalt werde ich separat in Kurzform zusammenfassen. Bei 116 Präsentationsfolien mit wirklich geballten Informationen ist das ein Stück Arbeit. Haben Sie bitte noch ein paar Stunden Geduld!
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CDs für Guantanamo
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 00:27 Uhr
CDs für Guantanamo oder Der Scheck heiligt die Mittel
Die Sollbruchstellen des Rechtsstaates
Mit CDs kann man sehr viel Geld verdienen. Davon konnte Michael Jackson mehr als ein Lied singen. Glücklich ist er damit nicht geworden. Ob der Mensch, der mit Hilfe einer berühmt gewordenen CD ebenfalls singt, so sagt man wohl in der Ganovensprache, mit seiner Gage glücklich wird, wird man sehen. In der Schweiz jedenfalls ist er ein Krimineller. Zu Recht. Schweizer Recht. Eigentlich ist Hehlerei auch in Deutschland strafbar. Der Ankauf gestohlener Ware. Auch, wenn der Diebstahl im Ausland geschah. Ich bin kein Jurist und deshalb werde ich auf das Thema nicht näher eingehen. Als Nichtjurist jedoch wird man sich so seine Gedanken machen dürfen. Aber wir wollen ja nicht verbissen sein. Ein Witz wird die düsteren Gedanken aufhellen:
Ein junger Mann fragt eine attraktive Frau, der er zufällig begegnet ist, ob Sie für zwei Millionen Euro mit ihm schlafen würde. Die Frau überlegt nicht lange und sagt zu. Kurze Pause. Der Mann schaut die Frau lächelnd an und fragt: „Und für 50 Euro?" Die Frau ist entrüstet: „Was denken Sie von mir? Was glauben Sie, was ich bin?" - „Das hatten wir schon geklärt, jetzt geht es nur noch um den Preis!"
400 Millionen Euro können einen schon schwach machen. Können moralische und rechtsstaatliche Prinzipien schon relativieren. Rechtsstaat? - Schön und gut, aber bei so viel Steuerbeute? Unsere großen rechtsstaatlichen Vorbilder jenseits des Atlantik haben uns doch gezeigt, dass der übergeordnete Zweck die Mittel heiligt. Es gibt eben Verbrechen, die besondere Maßnahmen rechtfertigen! Oder? Die Terrorismusgefahr hat Nagelfeilen, Schweizer Offiziersmesser und Mineralwasser aus unserem Handgepäck verbannt. Und Terroristen nach Guantanamo. Oder Leute, die wie Terroristen aussehen. Oder Leute eben. Guantanamo liegt ja auch irgendwie außerhalb. Des Rechtsstaats. Moment mal - ist Helgoland nicht auch irgendwie außerhalb? Konnte man da nicht zollfrei einkaufen? Steuerfrei? Das ist ja ekelhaft! Steuerparasiten! Volksschädlinge! Das wäre doch der ideale Ort, die CD-Bewohner zu internieren. Diese Parasiten, die dem deutschen Volk die wohlverdiente Steuer vorenthalten. 25 Millionen Dollar Belohnung für Osama bin Laden, tot oder lebendig. Oder auf CD gepresst. Läppische 2, 5 Millionen Euro für 1.600 Steuersünder. Das ist diskriminierend. Dabei sind doch unsere Steuersünder viel wertvoller. Wenn wir die erst einmal 5 Jahre auf Helgoland interniert haben ...! Die werden zahlen, bis sie bluten. Oder bluten, bis sie zahlen. Oder so.
Apropos Helgoland. Das hätte ja direkt Tradition. Dieser Hoffmann - Sie wissen schon - der von Fallersleben war auch schon da. Ist schon länger her. August 1841. Er schrieb dort unter anderem zwei Lieder, die sich gelegentlich in Erinnerung drängen. Eines hieß "Lied der Unfähigen". Das andere enthält den Wunsch "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland" und wurde später die deutsche Nationalhymne. Schon lustig, dass Herr Hoffmann damals von einem Spitzel der hannoverschen Regierung begleitet wurde, der seine Beobachtungen über den Freiheitsdrang des Verdächtigen brav weitermeldete. Passt auch 170 Jahre später wieder ins Bild.
Schwierig wird es, wenn sie alle kommen. Helgoland ist nicht groß. Dabei haben doch unsere Landesbanken, die Postbank, die Großbanken damals, als ein gewisser Waigel die Zinsabschlagsteuer (ZASt) einführte, zigtausende bis dato steuerehrliche Sparer ins benachbarte Ausland gelockt. Damals um 1993. Haben Filialen eröffnet in Zürich und Luxemburg. Haben offen Werbung gemacht „Schicken Sie Ihr Geld in Urlaub ...!" Damals haben die Leute versteuertes „weißes" Geld auf Anraten ihre „Berater" ins Ausland gebracht, um der ZASt zu entgehen. Und Ihr Geld schwarz gemacht. Berater von Banken, deren Chefs und Aufsichtsräte auch Minister und Abgeordnete waren. Auch Parteien, Regierungsparteien, haben ihre teils illegalen Parteispenden schwarz im Ausland gebunkert. Und dann kollektiv das Gedächtnis verloren. Herr Kohl hatte Ebbe in der Birne. Herr Schäuble, heute Bundesfinanzminister und Schweizer Volksvertreter, hat 100.000 DM schlicht vergessen. Minister sind auch nur Menschen. Wie bei den ehemaligen Rauchern, das sind später die militanten Nichtraucher. Das wird lustig, wenn die Schweizer, wie bereits angedacht, eine CD mit Daten deutscher Politiker, Richter, Spitzenbeamten, Funktionäre, Organisationen und Parteien veröffentlichen. Die verstecken ihr Geld natürlich in hoheitlichem Auftrag in der Schweiz.
Moment mal? Wieso ist Schäuble Schweizer Volksvertreter? Ganz einfach! Schäuble erklärt das Schweizer Bankgeheimnis für beendet. Das geht nur per Volksentscheid. Des Schweizer Volks. Schäuble entscheidet. Er ist das Volk. Das Schweizer Volk!
Nun geht es ja immer noch um Steuerhinterziehung. Das ist pfui! Nach exakten Schätzungen bunkern deutsche Steuersünder zwischen 30 und 300 Milliarden Euro allein in der Schweiz. Ein großer Teil bei Ablegern deutscher Banken. Auch Landesbanken. Die anderen Länder mal weggelassen. Nehmen wir mal 5% Zinsen auf die Höchstschätzung an. Das wären 15 Milliarden. Darauf 25% Abgeltungsteuer. Das wären, im Kopf gerechnet, rund 3,75 Milliarden an Steuern. Pro Jahr. Der SoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung), der die Pleitebanken retten soll, hat ein Budget von bis zu 400 Milliarden Euro. Hinzu kommen die öffentlichen Mittel für die staatlich getragenen Landesbanken. Oder besser zum Stopfen der Löcher, die sie mit ihrer Großmannssucht auf Kosten der Steuerzahler gerissen haben. So würden also die Steuern auf die Erträge des Kapitals, das böse Bundesbürger seit etwa 60 Jahren in der Schweiz anhäufen, nicht einmal in 100 Jahren die Schäden der Pleitebanken abzahlen können. Um diese Schäden anzurichten, haben unsere famosen Banken nur wenige Jahre gebraucht. Weitgehend ungestraft, unter staatlicher Aufsicht, letztlich noch staatlich unterstützt. Davon kann man schön ablenken, indem man zur Hexenjagd auf Steuersünder bläst.
Übrigens wird die Schweiz von interessierter deutscher Seite gern als eine Art „Schurkenstaat" abgekanzelt, weil Steuerhinterziehung dort nicht als Straftat gilt. „Bloß" als Ordnungswidrigkeit. „Wo gibt es denn sowas?" wird gefragt. Ja, wo wohl? In Spanien ist Steuerhinterziehung bis zu 120.000 Euro keine Straftat. Pro Steuererklärung! Rechnen wir nach: Bei 18% Steuern auf Kapitalgewinne würden 120.000 Euro Steuern auf etwa 667.000 Euro Gewinn anfallen. Bei 5% Zinsen entspräche das einem Kapital von über 13 Millionen Euro. Bei 4 Jahren Verjährung für die Steuerschuld. Die Spanier können damit leben. Der ertappte Sünder wird schließlich kräftig mit Nachzahlung und Multa (Bußgeld) zur Kasse gebeten. Manchmal sogar ertappt. Aber nicht kriminalisiert. Schließlich ist jemand, der so viel Gewinn produziert, ein Leistungsträger und kein Schmarotzer. Ein Caballero. Ein Kavalier, der ein Delikt verantwortet. Den will man doch nicht ins Ausland treiben. Am Ende gar nach Deutschland, wo man solche Leute wirklich nicht braucht.
Hat Spanien die Insel Perejil etwa damals in diesem unglaublich tollkühnen Handstreich von Marokko zurückerobert, weil man einen Ort zur Internierung von Steuersündern braucht? Abwarten! Wir werden sehen.
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Netzwerkpartner mit neuem Büro
Samstag, den 20. Februar 2010 um 12:02 Uhr
Netzwerkpartner mit neuer Kanzlei
Steuerberater Nicolas Hofmann unter neuer Anschrift
Wir gratulieren unserem Netzwerkpartner Nicolas Hofmann zur Einweihung seiner neuen Kanzlei in Oberstdorf, Reichenbach 4. Der Fachberater für internationales Steuerrecht dürfte in diesen Tagen kaum dazu kommen, die Aussicht aus seinem Büro zu genießen. Nicht nur als Autor des brandneuen Buches "Der einfache Weg zurück in die Steuerehrlichkeit", erschienen in der Edition Bankhaus Jungholz, ist er ein gefragter Gesprächspartner. Der Experte für Auslands-Kapitalanlagen zeigt nicht erst seit der CD-Panik in Veröffentlichungen, Vorträgen und individuellen Beratungen Wege auf, völlig legal die Vorteile zu nutzen, die sich aus der Geldanlage im Ausland ergeben.
Auch wir von Sol&Haben konnten Nicolas Hofmann schon als Referenten begrüßen. Im November 2008 klärte er unsere Interessenten in Palma beim Expertenforum, das wir gemeinsam mit der Mallorca Zeitung veranstaltet hatten, über die Fallstricke der Abgeltungsteuer auf. Das Thema Auslandsanlage beleuchtete er wieder einmal in seiner Steuerinfo vom August 2009, auf die wir in unserem Blogbeitrag "Ausland" Reizwort für Biedermänner einen Link gesetzt hatten.
In einem Fernsehinterview im Zusammenhang mit dem aktuellen Buch hat Herr Hofmann vor wenigen Tagen erneut Stellung zu Auslandsanlagen bezogen. Wir werden den Mitschnitt in wenigen Tagen in unsere Website einstellen. Auch die nächste persönliche Begegnung mit Herrn Hofmann in Spanien ist in Vorbereitung. Wir versuchen, Termine in die Reihe unserer aktuellen Informationsveranstaltungen einzufädeln. Freuen Sie sich auf profunde Information, kurzweilig präsentiert von einem echten Profi.
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Informationsveranstaltung für Anleger in Schiffsfonds
Freitag, den 19. Februar 2010 um 09:14 Uhr
Sol&Haben informiert Schiffsanleger am 26. Februar 2010
Veranstaltung mit Kai-Kristian Meyer, Geschäftsführer der HCI Shipping Consult
Sol&Haben hat in den vergangenen Jahren neben Bankanlagen, Vermögensverwaltungen und Investmentfonds auch Beteiligungen an rund 140 verschiedenen geschlossenen Fonds vermittelt. Darunter auch Schiffsfonds. Weil wir davon überzeugt waren und sind! Als Berater sind wir heute gefordert, unsere Kunden auch in schwierigen Zeiten zu begleiten. Wir können am Verlauf der Welt nichts ändern. Auch für die Krise sind wir nicht verantwortlich. Im Gegenteil, vor den Ursachen haben wir seit vielen Jahren gewarnt. Wir können aber dafür sorgen, dass unsere Kunden gut informiert sind, um auch jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen und sich nicht von der verantwortungslosen Panikmache in manchen Medien beirren zu lassen. Mit dem nachfolgenden Schreiben haben wir unsere Schiffanleger eingeladen, sich qualifiziert zu informieren:Schiffsbeteiligungen - Wie ist die Situation? - Was bringt die Zukunft?
Informationsveranstaltung für Kunden von Sol&Haben
Sehr geehrter Anleger,
die gegenwärtige Wirtschaftskrise trifft die Handelsschifffahrt besonders hart. Auch einige der von uns vermittelten Beteiligungen sind betroffen. Berichte über Insolvenzen und Liquiditätsengpässe bei Schiffsfonds beunruhigen Anleger darüber hinaus und lassen Schlimmes befürchten. Ein Übriges tun reißerische und schlampig recherchierte Zeitungsberichte, die die Situation völlig falsch darstellen.
Sie sind von uns sachliche und umfassende Informationen auch zu vermeintlich heiklen Themen gewohnt. Darauf können Sie sich auch in Zukunft verlassen. Wir konnten den Geschäftsführer der HCI Hanseatische Schiffsconsult GmbH, Kai Kristian Meyer, gewinnen, uns und unseren Kunden einen umfassenden Überblick und Ausblick zur Situation der Handelsschifffahrt und insbesondere von Schiffsfonds zu geben. Kaum jemand sonst dürfte über derart fundierte Branchenkenntnis verfügen, wie der „Chefkonzeptionär" des langjährigen Marktführers für Schiffsbeteiligungen.
Wir laden Sie ein, sich am
26. Februar 2010, 17:00 Uhr
in unseren Büroräumen ein umfassendes Bild zu machen und sind sicher, dass Sie spätestens danach wieder ruhiger schlafen können.
Sollten Sie keine Möglichkeit haben, an diesem Gespräch teilzunehmen, finden Sie aktuelle Informationen und, nach der Veranstaltung, eine inhaltliche Zusammenfassung auch auf unserer Homepage http://www.solundhaben.com/neuigkeiten.html . Gern natürlich auch im persönlichen Gespräch.
Herzliche Grüße
Harald Wolff
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