Jetzt wird Geld gedruckt
Montag, den 10. Mai 2010 um 16:00 Uhr
Jetzt wird Geld gedruckt!
EU und EZB retten den Euro mit Verzweiflungstat
Nun ist sie gezogen, die Option, die Banker mit „nuclear option" beschreiben. Die ultimative Waffe wird eingesetzt, ungeachtet der Langzeitwirkung. Vor etwa einer Woche hatte die EZB zugestimmt, griechische Anleihen auch dann noch als Sicherheit zu akzeptieren, nachdem deren Bonität von „Investment Grade" auf spekulativ (vulgo „Ramsch") herabgestuft wurden. Das war an sich schon ein unerhörter Vorgang, der den Stabilitätsauftrag der Währungshüter durchaus in Frage stellen konnte. Jetzt aber scheinen alle Dämme gebrochen zu sein. Die EZB will künftig selbst Staatsanleihen kaufen. Was bedeutet das? Das ist so simpel, dass man es kaum glauben kann:
Ein Staat, der Geld braucht, gibt Staatsanleihen heraus. Wenn der Staat eine schwache Bonität hat, werden diese Anleihen nur mit, teilweise erheblichem, Risikoaufschlag gekauft. Das ist nicht nett vom Markt. Jetzt darf die Europäische Zentralbank diese, quasi eigenen, Staatsanleihen kaufen und damit den Markt ausschalten. Anders gesagt, es kann Geld gedruckt werden.
Die akute Not, in die der Euro aufgrund seiner Geburtsfehler und der verbreiteten Misswirtschaft geraten ist, musste massiv bekämpft werden. Das ist richtig so. Jetzt aber werden wir alle die Folgen tragen müssen. Kein ernstzunehmender Experte zweifelt heute mehr an steigender Inflation. Wer heute sein privates Vermögen ausschließlich in Geldwerte und „sichere" Staatsanleihen investiert, der hat nichts aus der Geschichte gelernt.







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