Ein Wunder?
Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 09:14 Uhr
Ein Wunder?
Rechenkunst oder Blendwerk
Manche Dinge erschließen sich erst im Zusammenhang. So hatte ich in diesen Tagen das erfreuliche Erlebnis, dass ein langjähriger Bekannter, der sich bis dato bei seiner Bank gut aufgehoben fühlte, doch einmal meine Meinung zu einem Angebot eben dieser Bank hören wollte. Das klang zunächst einfach nur erstaunlich lukrativ gegenüber aktuellen Marktkonditionen. So genau hatte er es auch nicht verstanden. Schaun wir mal, ob wir es verstehen.Es sollte um eine Anleihe gehen. Je zur Hälfte von seiner Bank und einer anderen spanischen Großbank. OK - bonitätsmäßig keine Bedenken. Aber zwei Emittenten in einer Anleihe? Wohl eher ein Zertifikat, dessen Ertrag irgendwie aus Ergebnissen dieser beiden Banken ermittelt wird. Erst mal egal. Jedenfalls sollten zunächst nach einem halben Jahr 4,5% Ertrag herauskommen. Dann irgendwie 4% und dann jährlich der Euribor plus 2% . Klingt ja nicht schlecht in der heutigen Zeit. Mein Bekannter war nicht abgeneigt.
Nun hatte aber auch sein „Berater" bei der Bank Blut geleckt. „Noch lukrativer" wäre die Sache, wenn er von der Bank einen Kredit nähme und dieses Geld ebenfalls investiere. Also einen Betrag von, sagen wir, 50.000 Euro selbst aufbringe und zusätzlich 50.000 Euro als Kredit. Insgesamt könne er dann 100.000 Euro anlegen. Der Kredit sollte im ersten Jahr 2% Zinsen kosten und dann Euribor plus 0,75% . Super! Das wäre dann ja das Perpetuum Mobile!
Mein Bekannter ist alles andere als dumm. Er wurde misstrauisch und sprach mit mir. Das sollten Sie vielleicht auch tun, wenn man Ihnen Wunder verspricht. Oder glauben Sie, dass eine Bank davon lebt, billige Kredite zu vergeben und das Geld dann für höhere Zinsen wieder hereinzunehmen? Da ist irgendwo ein Haken. Um den zu finden, muss man sehr genau lesen. Und sich mit der Materie auskennen.
Das konkrete Angebot liegt mir noch nicht vor. Sobald ich es habe, werde ich es untersuchen. Und den Haken finden. Versprochen!







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