Leserbrief an die CBN - CAM

Mittwoch, den 13. April 2011 um 12:33 Uhr

Leserbrief

zum Artikel "Auf schwachem Bein" (CBN Nr. 1425 vom 8. April 2011)

Heute fühlte ich mich wieder einmal bemüßigt, auf Artikel in den Costa Blanca Nachrichten (CBN) zu reagieren. Zwei Leserbriefe habe ich heute geschrieben. Sollten diese von der CBN nicht veröffentlicht werden, hier ist der zweite:

Leserbrief zum Artikel „Auf schwachem Bein" (CBN Nr. 1425 vom 8. April 2011)

Bei der CAM ist alles „normal". Das genau ist das Problem. Eine solide, über 130 Jahre gewachsene regionale Sparkasse wird auf Expansion getrimmt. Kredite werden billiger und großzügiger als bei der Konkurrenz gewährt. Einlagen, Festgelder werden, am Markt vorbei, unvernünftig hoch verzinst. Innerhalb von fünf Jahren gelingt es damit, das Volumen des Instituts zu verdoppeln. Auf Sand gebaut! Macht aber nichts - der Staat wird helfen. Normale Abläufe. Folgenden Satz spricht eine leitende Angestellte der Bank zur Veröffentlichung in der CBN:

„Dass der staatliche Frob-Fonds in das CAM-Kapital eintritt, wie es unsere Pläne vorsehen, die wir der Zentralbank vorgelegt haben, bedeutet sogar eine noch höhere Sicherheitsgarantie."

Kaum zu glauben „...wie es unsere Pläne vorsehen...". Es läuft alles planmäßig. Machen die anderen ja auch so. Der Staat wendet die Pleite ab, deshalb erhöht sich die Sicherheit. Abstrus? Hier könnte das schöne Wort passen. Solche Leute tragen Verantwortung im sensiblen Finanzwesen! Eine erschreckende Vorstellung! Wohl auch für die Verantwortlichen der anderen Sparkassen, die die geplante Fusion wegen der Schwäche der CAM abgeblasen haben.

Gerade musste der Euro-Rettungsschirm die Staatspleite in Irland abwehren. Weil der irische Staat sich mit den Garantien für seine Banken übernommen hatte und als Folge selbst vor der Pleite stand. Wir erinnern uns - die deutsche Hypo Real Estate hatte ihre Tochter Depfa extra nach Irland umgesiedelt, um die dortigen laxen Gesetze zu nutzen. In diesen Tagen diskutieren wir auch über die „skandalöse" Weigerung der Isländer, für die Entschädigung von Anlegern einzustehen, die von größenwahnsinnigen isländischen Banken um ihr Geld gebracht wurden. Mit ihren hohen Zinsversprechen hatten die Banken Anleger aus aller Welt geködert. Auch hier an der Küste hat die isländische Landsbanki mit abenteuerlichen Finanz-Konstruktionen eine Blutspur hinterlassen. Das Volumen der drei großen isländischen Banken war auf das achtfache des isländischen Bruttoinlandsprodukts angewachsen. Die Folgen der Pleite konnte der Staat, der eine Einwohnerzahl wie Bielefeld hat, nicht verkraften. Stichwort „Icesave". Andere Staaten sprangen ein. Jetzt bleiben diese vorerst auf ihren Auslagen sitzen. Die isländischen Steuerzahler wollen nicht zahlen für die Abenteuer ihrer Banken. Und für die Unvernunft gieriger Anleger!

Zurück nach Spanien. Sparer gehen gern zur CAM. Die zahlt Spitzenzinsen. Am Markt vorbei. Kann man ruhig machen. Der Staat garantiert ja. Wenn der es nicht mehr schafft, was abzusehen ist, können ja die deutschen, die luxemburgischen, die finnischen ... Steuerzahler einspringen. Wie in Griechenland, wo man inzwischen wieder einmal darüber nachdenkt, einen Schuldenschnitt zu machen. Was das heißt? Ganz einfach - Es wird nur ein Teil der Schulden, also der Anlegergelder, zurückgezahlt. So lernen Kapitalanleger dann wieder, was eine Risikoprämie ist, nämlich die Differenz zwischen dem Zins für eine sichere Anlage und dem für eine risikobehaftete Anlage. Es ist zu fragen, wie lange Steuerzahler bereit sind, das Risiko für Anleger zu bezahlen, während die die Prämie dafür ohne Risiko kassieren. Bei der CAM zahlen die Steuerzahler, „...wie es unsere Pläne vorsehen...", bereits. Übrigens - das Kreditrating der CAM ist aktuell weitaus schlechter als das von Lehman Brothers zum Zeitpunkt der Pleite. Das Rating Spaniens ist - noch - etwas besser. Ausblick „negativ" (Moody´s).

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